SocialFair2022 – Digitale Lösung für nachhaltigere Lieferketten

In der aktuellen Ausgabe der Textilwirtschaft  wird im Artikel „Supply-Chain-Übermorgen“ auch auf den Lösungsansatz des VFI – German Importers eingegangen.
Dabei werden mehr als 100 Parameter erfasst und analysiert, um den Due-Diligence-Parcour zum Sorgfaltspflichtengesetz auszugestalten.
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SocialFair2022

VFI – German Importers trägt die Initiative SocialFair2022. Diese bietet die Grundlage zur Gestaltung von Geschäftsprozessen mit mehr Nachhaltigkeit am eigenen Standort und nachhaltigerer und transparenterer Lieferketten in den Einkaufsländern. Unter dem Dach von SocialFair2022bietet sich die Möglichkeit zum Mapping von Lieferketten, der Erfassung der Arbeitsbedingungen und der Bilanzierung von Ressourceneinsatz und Umweltbelastungen in Produktionsstätten.

Das Verfahren zielt darauf ab, den Verbesserungsprozess in den Lieferketten mit einer größeren Selbständigkeit der Produzenten durchführen. Hinzu kommt, dass die German Importers für ihre eigenen Betriebsstätten (Verwaltung, Logistik, Produktion und Geschäfte) das SF2022 Verfahren anwenden, um auch in Deutschland einen effizienten Ressourceneinsatz, weniger Umweltbelastungen und mehr Biodiversität zu erreichen. Und alles wird bilanziert und dokumentiert, wodurch die Unternehmen gegenüber allen Stakeholdern ihre Kommunikationsfähigkeit deutlich erhöhen.

Die Ziele sind:

  1. Transparenz in der Lieferkette und am Standort.
  2. Schaffung sicherer und fairer Arbeitsbedingungen.
  3. Verbesserung des Ressourceneinsatzes von Energie, Wasser, Papier u. a.. 
  4. Verminderung der Umweltbelastungen (Abfälle, Abwässer und CO2 Emissionen)
  5. Aufbau regelmäßiger Dokumentationen und Berichterstattung.

Mit dem SocialFair2022 Verfahren werden

vier Bereiche abgedeckt. Im Mittelpunkt stehen die Arbeitsbedingungen und der Schutz der Umwelt. Mit dem Thema Chemikalienmanagement wird den Bereichen sichere Arbeitsbedingungen und Umweltschutz zusätzlich Rechnung getragen. Das soziale Commitment stellt heraus, wie sich das Unternehmen über den betrieblichen Rahmen hinaus für die Gesellschaft engagiert.

Die Produzenten übermitteln in einem Self Assessment Daten zu ihrem Unternehmen und ihrer Fabrik . Dies Verfahren gliedert sich in drei Stufen und beginnt mit „Basic 1“.

Mit dem Self Assessment „Basic1“ werden die Stammdaten des Produzenten und verbundener Produktionseinheiten erfasst. Hierbei handelt es sich um Angaben zum Unternehmen, Anzahl der Mitarbeiter, Produktionseinheiten, Produkten, Zertifikaten und Auditberichten, um die Produzenten umfassender charakterisieren zu können.

 

Für mehr Transparenz im Ressourceneinsatz und bei Umweltbelastungen geben die Produzenten bei„Basic2“ die Daten für den Verbrauch von Energie, Wasser, Chemikalien und Verpackungsmaterialien ein. Zudem werden die Daten für den Ausstoß an Produkten und „side products“, erhoben. Dadurch wird es möglich Fußabdrücke zu berechnen.

Mit den Unternehmensdaten werden Berichte zusammengestellt. Ausgehend von den „footprints“  lassen sich Programme zur Schonung von Ressourcen und Vermeidung von Umweltbelastungen entwickeln und dank gebildeter kennzahlen die Fortschritte derUmsetzung bewerten.

Nach dem Abschluss der Self Assesments und auf Basis der dann vorliegenden Berichte, kann der Besuch der Produktionsstätte vorbereitet werden.

Mit dem „Plus“-Ansatz werden die ausgewerteten Daten nochmals in den Zusammenhang der gesamten Unternehmung gestellt. In weiteren Gesprächen, dem Dokumentenstudium und nach dem Fabrikrundgang werden Programme entwickelt und konkrete Vereinbarungen getroffen, um die Nachhaltigkeit in den Prozessen zu implementieren.  Zudem wird für sechs Bereiche mit knapp 40 Kernaspekten die „Social Performance“ für die Produktionsstätte erhoben und zusammenfassend dargestellt.

 

Peter Koppermann,   Koppermann GmbH

Koppermann ist seit 2006 in der Initiative „SozialFair “ engagiert. Denn als Familienunternehmen handeln wir „von Haus aus“ nachhaltig und planen langfristig. Diesem Selbstverständnis tragen wir auch bei der Auswahl unserer Produktionspartner im Ausland konsequent Rechnung. Wir achten darauf, dass unsere Herstellungspartner den Code of Conduct einhalten. Dieser orientiert sich an den ILO Kernarbeitsnormen, sowie den UN -Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Im Jahr 2017 fiel der Startschuss zur Weiterentwicklung des „SocialFair2022“ zu einem ganzheitlichen Ansatz für mehr Nachhaltigkeit in den Lieferketten und wir haben im Pilotprojekt mit ausgewählten Lieferanten aus Indien und Pakistan teilgenommen. Wir sind stolz auf unsere Führungsrolle im Projekt und den  erfolgreich eingeleiteten Maßnahmen für mehr Transparenz in den Lieferketten und auch am eigenen Standort.

Myriam Jah, Jah GmbH

Unser Unternehmen ist seit über 50 Jahren in der Beschaffung von Handschuhen und Arbeitsbekleidung aktiv. Durch unseren direkten Kontakt zu den Lieferanten haben wir auf die verschiedenen Anforderungen im Bereich Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen schon immer achtgegeben. Um dies systematischer durchzuführen, haben wir seit langem den „SocialFair“ – Ansatz genutzt. Wir freuen uns, dass der „SocialFair2022“ nun noch umfassender ist und die Themen Umwelt- und Chemikalienmanagement mit einbezieht. Für uns als relativ kleines Unternehmen ist dies ein sehr guter Ansatz für mehr Transparenz.